In die Blase der Anderen gehen

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Ich empfehle die Aufklärungsform der ironisch überspitzten Affirmation. Wichtig ist dabei, dass sie zweideutig bleiben muss, also nicht ins Lächerlichmachen abrutschen soll. Denn es ist alles leider todernst. Ironie ist nur dann Ironie, wenn sie auch unerkannt bleiben kann.

Flankierende Hauptaussage dabei ist, dass sich nun endlich beide Lager versöhnen können: Die Machtkonformen und die Machtkritiker. Denn endlich macht sich im so genannten Aufklärerlager die Erkenntnis breit, dass die radikalen Pläne zur Umgestaltung der Welt zwar existieren und durchgesetzt werden, aber dass dies GUTE Pläne sind, sehr gute Pläne einer nachhaltigen Lebensweise.

Einzig der Hebel der Bewertung muss also umgestellt werden von negativ auf positiv. Im Gegenzug erhoffen die ehemaligen Kritiker ein Entgegenkommen der Konformen, dass ihre Dokumentationen der Transformationsprozesse gelesen und gehört werden können, auch die kritischen. Man muss ja nur positiv umwerten.

Eine wesentliche Glaubwürdigmachung dieses neuen Erkenntnisniveaus ist die klare Distanzierung von Verschwörungstheorien, wie ich sie in der gleichnamigen Datei expliziere. Denn sie sind bislang das größte Ärgernis vor allem der Gebildeten.

Inspirativ für diese neue Form der Aufklärung ist der Sozialismus in seinen Tauwetter- und Endphasen. Nach Stalins Tod zum Beispiel blühte die sowjetische Filmkunst auf, indem sie auf geniale Art alle Menschen ansprach: sowohl die Systemkonformen als auch die Systemkritischen. Denn in den 1950er Jahren gab es in der Tat keine Gewissheit, wohin die Entwicklung gehen würde. Im Film „43“ zum Beispiel: Eine Scharfschützin und Rotarmistin nimmt während des Bürgerkriegs einen „weißen“ Offizier gefangen, muss mit ihm über den Aralsee fahren. Das Boot kentert. Die Beiden überleben und warten nun auf einer einsamel Insel. Dort verlieben sie sich ineinander und führen am Sandstrand herzzerreißende Aufklärungsgespräche. Jeder der Beiden ist offenherzig und optimistisch, weil sie ja in der wichtigsten Sache, der Herzensangelegenheit, übereinstimmen. Bald aber merkt er, dass sie völlig indoktriniert ist und gibt scheinbar auf, indem er überspitzt affirmativ sagt: „Du hast Recht, wir müssen euch alle Macht geben, alles Land, alles. Und dann sehen wir, was für eine phantastische Welt dabei herauskommt!“ Und dabei schleudert er den Sand aus seiner Faust auf den Boden. Wie der Film endet? Gerne auf Nachfrage.

Auf eine aktuelle Meldung bezogen von Jens Spahn am 31.10.2020: „Dieses Virus kennt keine Grenzen, wir sollten in seiner Bekämpfung auch keine kennen.“

Oliver Janich schreibt dazu auf Telegram (auf Youtube ist er ja gelöscht): „Notfalls alle #Covidioten,  #Coronaleugner, vermeintliche #Nazis, #Klimaleugner, behauptete #Antisemiten, sonstige #Leugner und #Kritiker in Lager sperren.“

Wie klänge der Text, wenn wir in die Blase der Anderen stiegen? Schon durch die Wegnahme weniger Wörter ganz nach dem Erkenntnisstand der Konformen:

„Notfalls alle Covidioten,  Coronaleugner, Nazis, Klimaleugner, Antisemiten und sonstige Leugner in Lager sperren.“

Dahin zielen die von Miriam Hope besprochenen Maßnahmen z.B. der kanadischen Regierung in Bezug auf die Impfgegner, also Menschen, die die Gesellschaft durch Egoismus und Irrationalität gefährden.

Es ist also sinnvoll, Mitmenschen zu fragen: „Beobachten Sie in Ihrem Umfeld seit Frühjahr Menschen, die sich plötzlich irrational verhalten?“ Der Gesprächspartner möchte dann zuerst taxieren, zu welchem Lager der Frager gehört, denn mit einem dezidierten „Ja“ antworten ja beide Seiten.

Dann lässt sich über die Absurdität von VT reden und dass sie zum Glück seit dem Erscheinen von Klaus Schwabs neuem Buch hinfällig seien.

Die Weißkittel-Aktionen in einigen Städten gehen in diese Richtung, sind aber oft zu offensichtlich. Die Menschen müssen die Aussagen als mit ihrem Erkenntnisstand konform wahrnehmen, aber dann merken, dass sie „so weit“ eigentlich nicht gehen wollten. In diese Risse strömen dann die Aerosole des freien Denkens.

Dazu die Seite mit den drei berühmten Gehorsamkeits-Experimenten.

In diesem Kontext ist auch der Schnelltest auf geistige Unabhängigkeit anzuwenden, wenn er auch ein wenig zu anstrengend ist, da 25 Punkte umfassend und 15 Minuten raubend. Aber das Prinzip der Eigentestung sollte erwähnt werden.

(Datei mit der Auflösung des Tests: in einem anderen Beitrag)

Dann wagt sich vielleicht auch manch Konformer an den Text von Sebastian Friebel aus dem Bundestag. Vorbildliche Form und gehaltvoller Inhalt:

Schöne Gesichter der Aufklärung:

So können nun von allen vermeintliche “Beweise” einer “Plandemie” eingesehen werden, wie sie hier sauber aufgezählt werden:

JS

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